Unser Leitbild

Klimaschutz-Leitbild für die „Umwelt- und Energiestadt Donauwörth“

Präambel

Die „Große Kreisstadt Donauwörth“ setzt sich für eine nachhaltige Entwicklung ein, die nachfolgenden Generationen den größtmöglichen Freiraum geben soll, ihr Lebensumfeld selbstbestimmt zu gestalten. Sie fordert im Rahmen ihrer Möglichkeiten den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen aller Art (z. B. Energie, Boden, Klima), aber auch mit allen - den Menschen gegebenen - Potenzialen. Sie verpflichtet sich dazu, mit konkreten und mit den Bürgern kommunizierten Maßnahmen einen kontinuierlichen und nachweisbaren Beitrag zu diesem Ziel zu leisten.

Die fortlaufende Teilnahme am European-Energy-Award - Prozess dient dabei als maßgebliches Leit- und Führungsinstrument, welches die umweltpolitischen Aktivitäten, nach vorausgegangenen Diskussionsprozessen im Stadtrat und seinen Gremien bündeln und ausrichten soll.

Die Stadt Donauwörth strebt an, für ihre Bürgerinnen und Bürger, für den Landkreis Donau-Ries, aber auch darüber hinaus für die gesamte Region und innerhalb Bayerns eine Vorreiterrolle als „Umwelt- und Energiestadt“ einzunehmen.

Die Stadt Donauwörth informiert und kommuniziert regelmäßig und offen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie mit allen in der Stadt ansässigen Körperschaften, Organisationen, Einrichtungen und Vereinen über die geplanten Ziele. Hierüber soll im Rahmen des städtischen Einflussbereichs eine größtmögliche Bereitschaft bewirkt werden, an den gesetzten Zielen auch mitzuarbeiten.

 

Übergeordnete Aufgaben

Die Stadt Donauwörth räumt dem Thema „Energie und Klimaschutz“ und insbesondere der Umsetzung der Ziele dieses Leitbildes bedarfsgerechte Ressourcen ein.

  • Für den Bereich Energie und Klimaschutz soll es klar definierte Tätigkeitsfelder geben die bei der Tätigkeitsplanung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigt werden. Diese Arbeit wird unterstützt und getragen durch den Klimaschutzbeirat.
  • Die Stadt Donauwörth schafft in ihrer Verwaltung die Voraussetzungen, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umweltbewusst handeln können. Bei allen Verwaltungsabläufen ist ein energieeffizienter und ressourcenschonender Umgang Handlungsgebot für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Die Aus- und Fortbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Kommunikation dieser Ziele sind die besten Voraussetzungen dafür, formulierte Ziele auch zu realisieren.
  • Die Stadt Donauwörth strebt an, das energiepolitische Qualitätsmanagementsystem „European Energy Award“ (eea) als Leit- und Führungsinstrument konsequent anzuwenden und den Grad der Umsetzung kontinuierlich zu steigern. Bis 2026 soll die Auszeichnung mit dem eea in Gold erreicht werden.
  • Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Donauwörth wird das Thema Klimaschutz und Energieeffizienz verstärkt in allen zur Verfügung stehenden Medien transportieren. Auf regelmäßige Berichterstattung wird seitens der Stadtverwaltung geachtet.
  • Bei den Entscheidungen der Stadt sollen die Grundsätze und Ziele des Energieleitbildes berücksichtigt werden. Die Stadt Donauwörth ist sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst.

 

Nachhaltig Bauen & Sanieren:

Die Stadt Donauwörth senkt kontinuierlich den Energieverbrauch der kommunalen Gebäude und Anlagen durch geeignete Maßnahmen vor dem Hintergrund eines CO2*-neutralen Betriebs bis 2035 um 75% (Prozentzahl bezogen auf die Anzahl der Liegenschaften) und bis 2040 um 100% und dient damit der Bürgerschaft als Vorbild.

  • Um den CO2*-neutralen Betrieb der kommunalen Liegenschaften bis 2035 um 75% (Prozentzahl bezogen auf die Anzahl der Liegenschaften) und bis 2040 um 100%  sicherstellen zu können wird ein Plan erarbeitet, wie dies erreicht werden kann und welche Maßnahmen wann umgesetzt werden müssen.
  • Bürgerinnen und Bürger können sich über Medien (Energieberatung, Veranstaltungen und Messen, Webseite und Social Media) über die Themen energieeffizientes Bauen und Sanieren, sowie aktuelle Förderungen informieren
  • Neubauten und Sanierungen von kommunalen Gebäuden sollen vom Konzept bis zur Umsetzung energetisch und ökologisch in sehr hohem Standard erfolgen.
  • Die Stadt Donauwörth nutzt im Rahmen der Stadtplanung die Möglichkeiten, günstige Voraussetzungen für CO2*-neutrale Siedlungskonzepte zu schaffen.
  • Sie stärkt die Nachhaltigkeit der räumlichen Entwicklung durch den Grundsatz: Vorrangigkeit der Innenentwicklung gegenüber der Erschließung von weiteren Baulandflächen.
  • Bei der Erschließung von neuen Baulandflächen ist eine ressourcenschonende Konzeption in Abstimmung mit den Zielen zur Klimawandelanpassung zu wählen

 

Energieeffizienz

Die Stadt Donauwörth übernimmt bei den kommunalen Gebäuden und Anlagen in Sachen Energieeffizienz eine Vorreiterrolle und sensibilisiert Bürger, Handwerk und Unternehmen für Effizienzmaßnahmen.
Die Stadt strebt an, den Endenergieverbrauch der Gesamtstadt zu reduzieren. Dies soll mit der Umsetzung der folgenden Vorsätze erreicht werden:

  • Die Stadt Donauwörth fördert nachhaltigen Klimaschutz durch die Steigerung der Energieeffizienz und die Anwendung erneuerbarer Energien sowohl bei eigenen Gebäuden als auch bei Gebäuden Dritter.
  • Bei den städtischen Liegenschaften schöpft sie vorhandene Endenergieeinsparpotenziale und die Möglichkeit der Verbannung von nicht erneuerbaren Energien konsequent und systematisch aus.
  • Eine regelmäßige Überwachung und Kommunikation, sowie Management und Steuerung der Verbrauchswerte sichert den Erfolg der durchgeführten Maßnahmen.
  • Die Stadt Donauwörth strebt an, örtliche Unternehmen und das Handwerk zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen zu motivieren und diese über Netzwerkarbeit, Aktionen und Information zu unterstützen.
  • Die Stadt Donauwörth etabliert eine grundsätzlich nachhaltige und zukunftsorientierte Beschaffung. Bei der Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen werden grundsätzlich die Gesamtkosten des Lebenszyklus betrachtet.
  • Die Stadt sensibilisiert die Öffentlichkeit (Unternehmen, Bürger und Schüler) über regelmäßige Berichterstattung, Information, Aktionen und Wettbewerbe Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen.

Für die einzelnen Sektoren werden die folgenden Effizienzziele angestrebt:

Private Haushalte

Der Endenergieverbrauch (Wärme und Strom) soll bis 2030 um 30% und bis 2040 um 40% zurückgehen.

Wirtschaft

Der Endenergieverbrauch (Wärme und Strom) des Wirtschaftssektors soll bis 2030 um 25% und bis 2040 um 40% zurückgehen.


Bis zum Jahr 2030 soll der Endenergieverbrauch insgesamt um 35% und bis 2040 um 50% (inklusive Verkehr) reduziert werden.

 

Erneuerbare Energien

Die Stadt Donauwörth erhöht kontinuierlich durch geeignete, technisch Maßnahmen den Anteil an erneuerbaren Energiequellen auf dem Stadtgebiet und mindert damit die CO2*-Emissionen durch fossile Energieträger. Bei Wirtschaftlichkeitsanalysen werden sowohl die Investitionskosten, wie auch laufenden Kosten und externe Umweltfolgekosten über die Betriebszeit berücksichtigt.

Der Anteil der im Stadtgebiet erzeugten Erneuerbaren Energien soll gemessen am Stromverbrauch der Gesamtstadt bis 2030 100% erreichen.

Der Anteil der im Stadtgebiet erzeugten Erneuerbaren Energien soll gemessen am Wärmeverbrauch der Gesamtstadt bis 2030 30% erreichen. Für 2040 werden 100% erneuerbare Wärmeversorgung angestrebt.

  • Durch entsprechende Maßnahmen soll die Erzeugung von Wärme und Strom aus erneuerbaren Energien sowohl im privaten als auch im kommunalen Bereich weiter deutlich gesteigert werden. Hier soll explizit auch das Thema Sektorenkopplung und Solarthermie voran gebracht werden.
  • Die Stadt schafft damit die Voraussetzungen zur erneuerbaren Energieversorgung für die Bürgerinnen und Bürger in einem möglichst energieeffizienten und ressourcenschonenden Umfang. Nahwärmenetze, Photovoltaikanlagen, Energieversorgung aus erneuerbaren Energien, auch durch Dritte, werden unterstützt
  • Mit den stadteigenen Stadtwerken soll eine Ausstattung der Bürgerinnen und Bürger mit ressourcenschonenden und energieeffizienten Energien auch in Zukunft gewährleistet werden.

 

Mobilität & Verkehr

Die Stadt Donauwörth informiert durch geeignete Maßnahmen ihre Bürger über alternative umweltfreundliche und klimaschonende Mobilitätsangebote und motiviert sie zum Handeln. Der Energieverbrauch des Verkehrssektors soll bis 2030 um 30% und bis 2040 um 60% zurückgehen.

  • Die Stadt Donauwörth fördert umweltschonende und energieeffiziente Mobilitätsformen. Hierunter fallen insbesondere der Fußgänger- und Fahrradverkehr, der Ausbau- und die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs und die Unterstützung von innovativen und verbrauchsarmen individuellen Verkehrsmitteln.
  • Sie schafft in Siedlungsgebieten flächendeckend die Voraussetzung dafür, dass Geschwindigkeiten innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen reduziert werden.
  • Die Stadt Donauwörth betreibt ihren kommunalen Fuhrpark im Sinne der Vorbildfunktion energieeffizient und emissionsarm und unterstützt die Einführung neuer Technologien. Jährliche Berichterstattung gibt Aufschluss über die Erfolge der Bemühungen.
  • Die Stadt Donauwörth schafft Voraussetzungen für Lade- und Tankinfrastruktur energieeffizienter und ressourcenschonender Technologien

 

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

Die Stadt Donauwörth sieht sich in der Verantwortung einerseits durch geeignete CO2*-Minderungsmaßnahmen dem Klimawandel entgegen zu wirken und andererseits die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, mit den veränderten Umweltbedingungen verbundene Schadenspotenziale für Bürger, Unternehmen und Infrastruktur zu reduzieren.

Das Klimaschutzziel der Stadt Donauwörth sieht eine Reduzierung der CO2*-Emissionen vor. Bis 2030 wird eine Minderung von 50% und bis 2040 eine Minderung von 100% angestrebt.

  • Die Stadt Donauwörth arbeitet eng mit den relevanten Institutionen (regional und überregional) zusammen und informiert die Öffentlichkeit regelmäßig über mögliche Auswirkungen des Klimawandels im Stadtgebiet.
  • Sie nutzt konsequent alle Möglichkeiten, die sich im Rahmen der Planung bieten, Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu realisieren, bzw. den Rahmen für geeignete Umsetzungsmaßnahmen durch die Bürger und Unternehmen zu schaffen.
  • Die Aktivitäten der Stadt schließen auch Maßnahmen zur Verbesserung nachhaltiger Wirtschaftsweisen, der Verhaltensänderung und der CO2*-Bindung (Senken) mit ein.  

 

Fußnoten

*CO2: Wenn im Leitbild von CO2 die Rede ist, sind damit alle Treibhausgasemissionen (also CO2e) gemeint. Berücksichtigt sind gemäß Kyoto-Protokoll sowohl CO2-Emissionen, wie äquivalente Treibhausgasemissionen von: Methan (CH4), Lachgas(N2O), fluorierte Treibhausgase (F-Gase), wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3) (Stand: April 2022)

Wenn im Leitbild von Minderungszielen gesprochen wird, gilt als Basis immer die Erhebung des Jahres 2010.

 

Auditbericht European Energy Award 2018

Energie- und Treibhausgas- Bilanz der Großen Kreisstadt Donauwörth 2019

Ihr Ansprechpartner:

Energie-/Klimaschutzbeauftragter
Stefan Rösch

Zimmer 106

Telefon: +49 906 789 106