Sie sind hier: Startseite » Verfolgung, Faszination und Selbstermächtigung: Stadtarchiv Donauwörth zeigt Wanderausstellung des Bezirks über schwäbische Sinti und Roma
Vom 26. Januar 2026 bis 18. Februar 2026 lädt das Stadtarchiv Donauwörth zusammen mit der VHS dazu ein, sich mit der Lebenswelt der deutschen Sinti und Roma auseinanderzusetzen. Die von der Heimatpflege des Bezirks Schwaben konzipierte Wanderausstellung mit dem Titel „Schwäbische Sinti und Roma in Vergangenheit und Gegenwart“ wurde vom Stadtarchiv Donauwörth noch durch spannende Informationen aus der Donauwörther Stadthistorie ergänzt und bringt interessierten Besucherinnen und Besuchern die Geschichte der national anerkannten Minderheit näher: Sie handelt von Selbstbestimmung, Integration und Zuhause.
Die Ausstellung gewährt interessante Einblicke in die Kultur und Geschichte deutscher Sinti und Roma. In Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Deutscher Sinti und Roma Schwaben e.V. zeigt das Stadtarchiv in Kooperation mit der Heimatpflege des Bezirks Schwaben zudem dunkle Kapitel der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und dem damit einhergehenden Völkermord an der Bevölkerungsgruppe.
Die Wanderausstellung mit dem Namen „Schwäbische Sinti und Roma in Vergangenheit und Gegenwart“ – „Schwäbdigi Sinti & Roma ano puro Ziro uno newo Ziro“ beginnt zeithistorisch im 15. Jahrhundert. Insbesondere von den Sinti gibt es aus diesem Zeitraum erste Belege.
Während der Frühen Neuzeit schlug das Miteinander in eine über Jahrhunderte hinweg andauernde Verfolgung und Diskriminierung um. Ein Beispiel für die weitreichende Stigmatisierung sind etwa spezielle „Warntafeln“, die sich explizit gegen Sinti und Roma richteten. Anfang des 20. Jahrhunderts verstärkte sich ein tiefsitzender Antiziganismus, der schließlich in die systematische Vernichtung in der NS-Zeit mündete. Sinti und Roma sind bis heute diskriminierenden Strukturen, etwa im Wohnungs- und Arbeitsmarkt, bis hin zu rechtsextremen Bedrohungen ausgesetzt.
Die Ausstellung wird außerdem durch einen Vortrag von Marcella Herzenberger und Thomas Höhne vom Regionalverband Deutscher Sinti und Roma Schwaben e.V. mit dem Titel „Schwäbische Sinti und Roma – Vergangenheit und Gegenwart“ abgerundet. In dieser Präsentation wird es Einblicke in das Leben, die Diskriminierung und den langen Weg zur Aufarbeitung und Anerkennung der Sinti und Roma geben. Es wird ein Abend des Erinnerns, Verstehens und des gemeinsamen Dialogs sein. Der Vortrag findet am 5. Februar 2026 um 19 Uhr im Raum 4 der VHS Donauwörth statt. Im Vorfeld wird der Donauwörther Oberbürgermeister Jürgen Sorré ebenfalls einige kurze Worte zum Thema finden. Der Vortrag ist kostenlos und kann über die VHS gebucht werden.
Ausstellungsdauer für Besucherinnen und Besucher:
26.01.26 bis 18.02.26 in den Räumen der VHS Donauwörth zu den üblichen Öffnungszeiten. Der Besuch ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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