Geschichte

Die Anfänge

Donauwörth als Siedlungsraum ist durch Boden- und Flussfunde seit der Jungsteinzeit durch Steinäxte (5000-2000 v. Chr.) dokumentiert. Aus der Kulturepoche der Bronzezeit (2000-1200 v.Chr.) sind zahlreiche Randleistenbeile, Lappenbeile, Dolche, Schwerter, Lanzenspitzen und Blechscheiben bekannt. Der Urnenfelderzeit (1200-750 v.Chr.) lassen sich mittel- und oberständige Lappenbeile, Tüllenbeile und Tüllenmeißel, Sicheln und Schwerter zuordnen. Eine Besonderheit stellt die Beinschiene der Urnenfelderzeit dar, die als Flußfund bei Schäfstall zu Tage kam. 34 hallstattzeitliche Fundplätze, vor allem aus Hügelnekropolen mit rund 280 Grabhügeln sind im Stadtgebiet vor allem auf dem Schellenberg erfasst. In die Latènezeit (450-15 v-Chr.) gehören ein Eisenbarren und ein Eisenschwert.


Erstes bis Mitte drittes Jahrhundert


Überreste römischer Villen und Gutshöfe bei Berg, Riedlingen und Zirgesheim und der Endpunkt der Römerstraße Via Claudia, die beim Stadtteil Nordheim die Donau erreichte, dokumentieren die Zugehörigkeit zum Römischen Reich. Eine dort gefundene römische Wagenaufhängung deutet auf die Lage des römischen Donauübergangs, den eine römische Straßenstation an der Zirgesheimer Straße markiert.
Die Spolie von einem römischen Pfeilergrabmal aus der Pfarrkirche St. Laurentius in Berg weist auf die Existenz eines römischen Friedhofes hin. 
In die Zeit nach Christi Geburt gehören eine Gürtelschließe aus Bronze, eine kleine Glocke und ein Zügelführungsring noch aus römischer Zeit, dann aus Eisen eine karolingische Flügellanzenspitze, ein romanisches Schwert sowie schließlich zahlreiche Eisenwaffen und Gerätschaften des Hochmittelalters und der Neuzeit.

500 bis 1193

Um 500
lassen sich im hochwasserfreien Mündungsbereich von Wörnitz und Donau Fischer nieder.

Um 970
erste Brücke über die Donau und Burganlage am Mangoldfelsen.

Um 1000
verleiht Kaiser Otto III. Aribo von Werd das (Wochen-)Markt-, Münz- und Zollrecht.

1029
erhält Mangold I. die Kreuzpartikel aus Konstantinopel als Reliquien für das Frauenkloster bei der Burg

1030
bestätigt Kaiser Konrad II. Mangold I. die Privilegien aus dem Jahr 1000 und verleiht der Marktsiedlung Werd einen Jahrmarkt.

1047
weiht Papst Leo IX. Kirche und Kloster Hl. Kreuz auf dem Mangoldstein und verleiht ihm mehrere Rechte.

Um 1070
wird das Kloster zerstört, Papst Alexander II. genehmigt den neuen Standort in der heutigen Heilig-Kreuz-Straße.

1101

genehmigt Papst Paschalis II. Mangold III. die Errichtung eines Männerklosters neben dem Frauenkonvent in Werd.

1135
bestätigt Papst Innozenz II. die dem Kloster Hl. Kreuz zu Werd von Papst Leo IX. verliehenen Rechte. Der Frauenkonvent wird aufgelöst und Benediktiner nach Donauwörth berufen.

1160/70
beginnt unter Friedrich I (1152 - 1190) die Königliche Münzstätte Brakteaten zu prägen.

1188
erhält die Klosterkirche Hl. Kreuz ihre Weihe.

Um 1193
erhält Werd Stadtrechte, als Wappen hat es den einköpfigen Stauferadler.

1214 bis 1539

1214
übergibt Kaiser Friedrich II. übergibt die von den Bürgern erbaute Brückenkapelle an der Donau. Der Deutschen Orden lässt sich in Donauwörth nieder.

1218
entsteht die staufische Ringmauer um die Stadt.

1219
fungiert Werd als königliche Messestadt.

1256

wird Maria von Brabant wegen angeblicher Untreue auf der Burg Mangoldstein, enthauptet. Ihr Grabmal befindet sich in der Heilig-Kreuz-Kirche.

1266
verpfändet Konradin von Hohenstaufen Burg und Stadt Werd an Herzog Ludwig von Bayern.

1301
kommt Werd im Frieden von Bensheim wieder zum Reich und wird freie Reichsstadt.

1363
privilegiert Karl IV. Donauwörth damit, dass dessen Bürger vor kein auswärtiges Gericht, nicht einmal vor das kaiserliche Hofgericht, geladen werden dürfen.

1425
Grundsteinlegung der St. Johanniskirche in der Berger Vorstadt.

1434
Donauwörth wird die Hohe Gerichtsbarkeit (Blutgerichtsbarkeit) verliehen.

1444 – 1461
Bau der Pfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau“.

1465
erlässt Kaiser Friedrich III. den großen Freiheitsbrief.

1467
wird der Neubau der Stadtpfarrkirche der Hl. Maria, St. Ulrich und Afra geweiht.

1500
feiert Maximilian I. im Tanzhaus die Geburt seines Enkels, des späteren Kaisers Karl V.

1530
verleiht Kaiser Karl V. der Reichsstadt Schwäbischwerd den doppelköpfigen schwarzem Adler auf goldenem Grund, den die Stadt noch heute im Wappen führt.

1532
ist Schwäbischwerd Reichsmünzstätte.

1539
Bau des heutigen Fuggerhauses.

Bild: Stadtarchiv Donauwörth; Wappenbrief Kaiser Karls V. vom 21. Oktober 1530, mit dem er Donauwörth den zweiköpfigen Adler als Stadtwappen verleiht, das Donauwörth bis heute führt.

1606 bis 1778

1606
Bei dem sogenannten „Kreuz- und Fahnengefecht“ zwischen Katholiken und Protestanten wird eine katholische Prozession gestört. Dies schürt die religiösen Konflikte überregional an.

1607
verhängt Kaiser Rudolf II. die Reichsacht über Donauwörth, die Stadt wird unter Herzog Maximilian von Bayern rekatholisiert, die Hälfte der Bevölkerung wandert ab.

1630 – 1642
werden Kapuzinerkloster und –kirche erbaut.

1632
besetzt Schwedenkönig Gustav Adolf im Dreißigjährigen Krieg für zwei Jahre die Stadt.

1646 – 1649
besetzen abwechselnd schwedische und bayerische Truppen die Stadt an der Donau. Der Krieg schwächt die Stadt massiv.

1696
wird das Regiment der Deutschmeister in Donauwörth gemustert, vereidigt und in den Kriegen mit dem Osmanischen Reich auf dem Balkan eingesetzt.

1701 – 1714
Im Spanischen Erbfolgekrieg werden nach der Niederlage der Bayern und Franzosen in der Schlacht am Schellenberg Donauwörth und sein Umland schwer in Mitleidenschaft gezogen.

1705 – 1714
Die Stadt ist noch einmal reichsfrei.

1715 – 1716
Bau der (Invaliden-)Kaserne für die bayerische Garnison.

1717 – 1720
Bau der barocken Hl. Kreuz-Kirche.

1720 – 1721
errichten die Bürger den Kalvarienberg als Mahnmal für die Opfer im Spanischen Erbfolgekrieg.

1741 – 1743
Im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740 – 1748) richten kaiserliche und französische Einheiten durch Schanzarbeiten erhebliche Flurschäden an.

1750
Eine ständige Schifffahrtslinie zwischen Wien und Donauwörth wird eröffnet.

1774 – 1778
erfolgt der Neubau des Deutschordenshauses.

Bild: Stadtarchiv Donauwörth; Das seit 1804 erscheinende Donauwörther Wochenblatt mußte seit 1818 den bayerischen Löwen im Wappen führen

1803 bis 1897

1803
wird das Kapuziner- und Benediktinerkloster Hl. Kreuz aufgehoben, die Mönche verlassen die Stadt.

1803
wird das Landgericht Donauwörth errichtet.

Am 1.7.1804
erscheint erstmals das Donauwörther Wochenblatt.

Am 7.10.1805
ist Napoleon erstmals in Donauwörth.

1806
wird die Deutschordenskommende Donauwörth aufgehoben.

1808
gibt es erstmals eine öffentliche Straßenbeleuchtung in der Stadt.

Am 17.04.1809
weilt Napoleon ein zweites Mal in Donauwörth.

1818
muss Donauwörth als Stadt des Königreichs Bayern den bayerischen Löwen im Stadtwappen führen.

1826
wird das erste städtische Krankenhaus eröffnet.

1832
erfolgt der Abbruch des Nördlinger- oder Kapuzinertorturms.

1836
wird die Lateinische Vorbereitungsschule eröffnet. Es wird ein regelmäßiger Dampfschiff-Fahrdienst zwischen Regensburg und Donauwörth eingerichtet.

1839
wird dem Dominikanerinnenkloster St. Ursula der Unterricht der Mädchen übertragen.

1847
überquert der erste Zug die Donau und fährt in den Bahnhof Donauwörth in der Promenade ein.

1850
wird Donauwörth wird kreisunmittelbar.

1857
erfolgt der Anschluss an das Telegraphennetz.

1860
wird das evangelische Vikariat eröffnet.

1862
erfolgt die Grundsteinlegung zur evangelischen Kirche. Das Lederer-Tor wird abgebrochen.

1871
wird eine gewerbliche Fortbildungsschule in Donauwörth eingerichtet.

1875
begründet Ludwig Auer das Cassianeum und eine Druckerei.

1877
wird durch die Vollendung der Bahnlinie Regensburg – Neuoffingen Donauwörth Eisenbahnknotenpunkt. Der Bahnhof wird an seinen heutigen Standort verlegt.

1889
wird die Privat-Lateinschule eröffnet.

1890
nimmt die Handwerker-Zeichenschule ihre Arbeit auf.

1897
werden das Königlich-Bayerische Progymnasium und die Tagesfortbildungsschule für Mädchen im Kloster St. Ursula eröffnet

1909 bis 1998

1909
gibt es eine Bürgerschule im Cassianeum.

1913
erscheint das Donauwörther Anzeigeblatt als Tageszeitung.

1933 - 1945
werden Personen aus politischen und rassistischen Gründen durch lokale und überregionale NS-Organisationen verfolgt.

1935
kommen die Herz-Jesu-Missionare nach Donauwörth. Bau der Neudegger-Siedlung (Adolf-Hitler-Siedlung).

1937
wird eine städtische Berufsschule eröffnet.

1940
verliert Donauwörth die Kreisunmittelbarkeit.

1945
Bei den Bombenangriffen am 11. und 19. April wird die Stadt zu 75 % zerstört und am 25. April besetzen die Amerikaner die Stadt.

1946
beginnt der Wiederaufbau der Reichsstraße.

1949
werden unter den 8.097 Einwohnern 2.150 Heimatvertriebene und Flüchtlinge gezählt.

1950 – 1952
erfolgt der Neubau der Mangold-Schule im Spindeltal.

1955 – 1957
geht es an den Neubau des Gymnasiums und der Berufsschule.
Seit 1958
entsteht auf dem Schellenberg die Parkstadt.

1959
beziehen Panzergrenadiere die (spätere Alfred-Delp-)Kaserne auf dem Schellenberg.

1961 /1962
wird die evangelische Christuskirche umgebaut und erweitert.

1963
wird das Freibad auf dem Schellenberg eröffnet.

1968
wird die Pfarrkirche Christi Himmelfahrt in der Parkstadt geweiht.

1971 - 1978
werden die Dörfer und Gemeinden Auchsesheim, Nordheim, Riedlingen, Schäfstall, Wörnitzstein und Zirgesheim eingemeindet. Die Einwohnerzahl erhöht sich auf 17.855 und die Fläche auf 7.687 Hektar.

1973
wird Donauwörth Sitz des Kreises Donau-Ries, die Randgemeinde Berg wird eingemeindet.

1973 – 1975
wird das Tanzhaus in der Reichsstraße wird aufgebaut

Seit 1974
finden in Donauwörther Kulturtage statt. Stiftung eines Sozialpreises (Friedrich Drechsler-Preis).

1975
wird die Sporthalle an der Neudegger Allee übergeben. Donauwörth feiert das erste Reichsstraßenfest.

1977
feiert Donauwörth das Jubiläum „1000 Jahre Brückenstadt". Das traditionelle Kinderfest wird zum "Schwäbischwerder Kindertag" umgestaltet.

1979
gibt es im Stadtkommandantenhaus eine moderne Stadtbibliothek, ein Verkehrsamt im Rathaus und eine neue Hauptschule (Ludwig-Auer-Schule). Die Musikschule beginnt ihre Arbeit.

1981
wird das Archäologische Museum im Tanzhaus übergeben.

1982
eröffnet die Werner-Egk-Begegnungsstätte im Deutschordenshaus.

1984
wird die Renovierung des Turmes der Liebfrauenkirche wird abgeschlossen. Die Hochwasserfreilegung des Rieds beginnt.

1985
wird der Steg über die Wörnitz bei Hl. Kreuz freigegeben. Im Ried wird das renovierte Heimatmuseum übergeben. Die Stadt stiftet erstmals einen Jugendpreis.

1986
Das „Haus der Stadtgeschichte“ im Rieder Tor wird eröffnet. Die Stadt stiftet den Kunstpreis.

1989

Seit dem 1. Juli markiert die Nachbildung eines römischen Meilensteines an der Schmutter bei Nordheim den Endpunkt der Via Claudia (Römerstraße), die hier die Donau erreichte. In München wird ein Airbus der Lufthansa auf den Namen „Donauwörth“ getauft.

 

1991
erfolgt im Juni der erste Spatenstich für das neue Donauwörther Krankenhaus. Zu Pfingsten wird die Stadtpfarrkirche „Zu Unserer Lieben Frau“ zum Liebfrauenmünster erhoben.

1993
werden „800 Jahre Stadtrecht“ gefeiert. Das „Käthe-Kruse-Puppenmuseum“ und die „Werner-Egk-Begegnungsstätte“ im ehemaligen Kapuzinerkloster in der Pflegstraße werden eröffnet. Die Städtische Kunstgalerie im Deutschordenshaus wird übergeben.

1998

wird Donauwörth zur Großen Kreisstadt erhoben. Die Werner-Egk-Schule in der Jennisgasse wird übergeben.

ab 2000

2000
Abschluss der Stadtsanierung.

2001
feiert Donauwörth das Jubiläum „700 Jahre Freie Reichsstadt“

2002
wird das Heimatmuseum im Hintermeierhaus wiedereröffnet.

2003
wird die "City-Initiative-Donauwörth" gegründet.

2004
Gedenkjahr "300 Jahre Schlacht am Schellenberg". Parkstadt und Spindeltal werden als Sanierungsgebiet festgelegt.

2006

Kultureller Höhepunkt des Jahres ist die 1. Donauwörther Kulturnacht am 13. Juli.

2007
eröffnet das Freilichttheater am Mangoldfelsen.

2008
wird das Haus des Kindes in der Ölgasse übergeben. Das Mehrgenerationenhaus "Schule Plus" an der Sebastian-Franck-Volksschule in der Parkstadt wird eröffnet.

2010
erhält Donauwörth den Bayerischen Qualitätspreis für besonders wirtschaftsfreundliche Gemeinden.
Die Pädagogische Stiftung Cassianeum feiert ihr 100jähriges Jubiläum. Donauwörth wird mit dem European Energy Award ausgezeichnet.

2012
wird das neue VHS-Gebäude im Spindeltal, genannt „Forum für Bildung und Energie“, eröffnet.

2013
Die letzten Soldaten des EloKa-Bataillons 922 verlassen die Alfed-Delp-Kaserne. Der Prozess der Konversion des ehemaligen Bundeswehrareals in ein neues Stadtgebiet beginnt mit Bürgerbeteiligung. 

2016
Die Stadt kauft in zwei Teilen ab 2016 das Gelände der ehemaligen Alfred-Delp-Kaserne um es zu einem neuen Wohngebiet zu entwickeln.

2020
Mit der Covid-19-Pandemie gehen massive Einschränkungen im öffentlichen wie kulturellen Leben einher