Coronapandemie: Schwäbischwerder Kindertag in Donauwörth findet dieses Jahr nicht statt

(16.04.2021) Mit großem Bedauern und nach gründlicher Abwägung hat die Stadt Donauwörth die Entscheidung getroffen, den Schwäbischwerder Kindertag dieses Jahr abzusagen. Geplant war das traditionelle Schauspiel mit Festumzug, bei dem rund 800 Kinder Donauwörther Schulen die Historie der Stadt erzählen und in historischen Kostümen verkörpern, vom 15. bis zum 18. Juli. Ein vielfältiges Festgeschehen mit einem umfangreichen Angebot und zahlreichen Attraktionen rundet den Schwäbischwerder Kindertag für gewöhnlich über diesen mehrtägigen Zeitraum ab. Regelmäßig zieht das Fest dabei etliche tausend Besucherinnen und Besucher von nah und fern an, allein auf der Tribüne verfolgen rund 2000 Menschen das Schauspiel im Heilig-Kreuz-Garten.

 

Foto: Stadt Donauwörth / Markus M. Sommer

Ob das Pandemiegeschehen eine Veranstaltung dieser Größenordnung möglich macht, war in den vergangenen Wochen intensiv beobachtet und abgewogen worden. Im Ergebnis hat die Stadt Donauwörth im Einvernehmen mit den Mitgliedern des Kulturausschusses jetzt entschieden, den Schwäbischwerder Kindertag in diesem Jahr nicht stattfinden zu lassen. Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré: „Die Entscheidung wurde nicht von Seiten der Stadt alleine getroffen. Nach Absprache mit der Kinderfestreferentin Brigitte Kundinger-Schmidt und den Rektorinnen der beteiligten Schulen mit deren Kollegium sehen wir leider keine Möglichkeit, den Schwäbischwerder Kindertag mit seinem Historienspiel, dem Spielenachmittag, dem Lagerleben, dem Markt und dem Bühnenprogramm einschließlich Biergartenbetrieb in bewährter, oder auch in reduzierter, Form abzuhalten. Deswegen haben wir gemeinsam diese Entscheidung schweren Herzens getroffen“, so der OB.

Ein Fest dieser Größenordnung würde zum einen während der Veranstaltung für alle Beteiligten und Gäste ein erhöhtes Gesundheitsrisiko mit sich bringen. Zum anderen aber würden die üblicherweise jetzt beginnenden Vorbereitungen und Proben an den beteiligten Schulen eine erhebliche zusätzliche Belastung für den Schulbetrieb bedeuten. So sind sich auch die Rektorinnen der Schulen, Sibylle Lutzkat (Mangoldschule), Helga Mandlik (Sebastian-Franck-Schule), Marion Hanrieder (Gebrüder-Röls-Schule) und Heike Ritzka (Ludwig-Auer-Mittelschule) darin einig, dass die Pandemie gegen die Durchführung des Kindertages spricht. Das Einkleiden der Kinder mit Maske und Mindestabstand sowie die Proben wären eine große Herausforderung, die zusätzlich Unruhe und Stress in die sowieso angespannte Situation an den Schulen brächte. Beim ständigen Wechsel zwischen Distanz- und Wechselunterricht sind bereits sehr viele Unterrichtsstunden verloren gegangen, so dass die verfügbare Zeit für das Erarbeiten des Lernstoffes notwendig ist. Außerdem müssen üblicherweise die Klassen aufgrund der Größen der Gewänder durchmischt werden, was derzeit nicht erlaubt ist.
Mit der Absage besteht nun Klarheit: Eine Vorbereitung der Kinder auf das Fest würde Hoffnungen schüren, die dann bei einer Absage enttäuscht werden müssten. Die Kinderfestreferentin des Stadtrates, Brigitte Kundiger-Schmidt: „Es ist sehr fraglich, ob mit Hygieneschutzkonzepten und Abstandsregelungen, Teilnehmerdokumentationen und Zutrittsbeschränkungen organisatorisch der Schwäbischwerder Kindertag umsetzbar ist. Letztendlich wären die Einschränkungen so gravierend, dass der Charakter eines fröhlichen und unbeschwerten Kinderfestes verloren geht“.
Ebenfalls abgesagt ist das Inselfest der CID auf der Altstadtinsel Ried, das fünf Wochen vorher hätte stattfinden sollen. Projektleiter Robert Heinrich und Michael „Doubles“ Wanke sehen ebenso wie der CID-Vorstand keine Chance, das Inselfest mit dem traditionellen Fischerstechen vom 10. bis 13. Juni durchzuführen. „Das Fest lebt von vielen Zuschauern beim Fischerstechen, einem regen Treiben vor den Bühnen und der Außengastronomie, bei dem die Menschen nah beieinandersitzen. Dies ist mit den derzeitigen Coronaregeln absolut nicht möglich“, so der CID Vorsitzende Markus M. Sommer. Sollte sich wider Erwarten die Situation entspannen und Veranstaltungen in geringerem Umfang ermöglichen, so würde kurzfristig ein kleines Alternativprogramm auf die Beine gestellt werden.
Beide Feste, Schwäbischwerder Kindertag und Inselfest, waren bereits im Vorjahr aufgrund der Pandemie abgesagt bzw. auf ursprünglich dieses Jahr verschoben worden.
Zum Stand des Maimarktes: Die Durchführung des Maimarktes am 8. und 9. Mai, einschließlich des verkaufsoffenen Marktsonntags und der Eröffnung der Tourist-Saison, ist nach den Bestimmungen der derzeit gültigen 12. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung nicht erlaubt: Ebenso wie es bereits beim Ostereiermarkt der Fall war, sind Märkte derzeit untersagt.