Stadtrat informiert sich über die größte Umwelteinrichtung der Stadt Donauwörth

Zur traditionellen Waldführung hatten Oberbürgermeister Jürgen Sorré, der Forstreferent des Stadtrates Thomas Straulino und Stadtförster Michael Fürst den Stadtrat Anfang September in den frühherbstlichen Stadtwald geladen.

Bild: B. Kundinger-Schmidt

Am Treffpunkt Wildgatter stellte Stadtförster Fürst zunächst die notwendige Sanierung des Wildgatters vor: So sollen 2021 sowohl die Zaunanlagen, die Fütterungen als auch der Rundweg um das Wildgatter wieder auf neuesten Stand gebracht werden. Weiterhin müssen die Weideflächen neu angelegt und frisch angesät werden. Zur besseren Beobachtung des Damwildes soll zudem für die Besucher eine kleine Aussichtsplattform entstehen.

In der Waldabteilung Kessel nahe Hafenreut unter dem Schirm einer imposanten 300-jährigen Eiche informierte Fürst den Stadtrat über den aktuellen Waldstands-Bericht, die Geschichte des Stadtwaldes und die vielfältigen Umweltleistungen des Waldes, die im Waldfunktionsplan der Regierung von Schwaben für den Stadtwald gelistet sind (Details im Infokasten untenstehend). Der Stadtförster verdeutlichte damit die Rolle des Stadtwaldes als größte Umwelteinrichtung der Stadt Donauwörth. Besonders beeindruckend waren dabei die einmaligen Alt- und Biotopbäume in dieser Waldabteilung.

Unter dem Aspekt „Gefahren-Chancen-Strategien“ führte die Waldarbeiterrotte Siegfried Waldmüller und Erkan Riß unter Führung von Forstwirtschaftsmeister Konrad Meiershofer die gefährliche Fällung einer absterbenden Esche vor. Aus sicherer Entfernung konnten der Oberbürgermeister und die Stadträte die schwierige Aktion mitverfolgen, als der fast 30 Meter hohe Baum zu Boden ging. Fürst informierte über die aktuelle Situation des Absterbens von Eschen durch das Eschentriebsterben und über die Borkenkäferproblematik bei Fichten.
Diese beiden Baumarten seien mit zusammen ca. 25 % und somit auf ca. 200 ha an der Gesamtfläche des Stadtwaldes beteiligt.
Stadtförster Fürst berichtete weiterhin über die bislang positiven Erfolge des Waldumbaus, der im Stadtwald schon seit dem Windwurf „Wiebke“ 1990 betrieben wird. Allein in den letzten zehn Jahren wurden über 130.000 Bäume gepflanzt, um einen stabilen und artenreichen Laubmischwald zu begründen.
Schöner Abschluss der Veranstaltung war dann auch eine Baumpflanzaktion, bei der OB Sorré und die Stadträte ausgewählte Baumarten, wie Stieleiche, Baumhasel und Schwarznuss pflanzten, die besonders klimatolerant sind und deswegen beim Umbau des Stadtwaldes eine wesentliche Rolle spielen.

Infokasten Daten Stadtwald:
Waldfläche Stadtwald:    916 ha
Jährlicher Zuwachs    5000 Festmeter (Kubikmeter): Dies entspricht pro Sekunde einem Zuwachs in Größe eines Holzwürfels mit 5,3 cm Kantenlänge

Die 916 ha Stadtwald sind laut festgesetztem Waldfunktionsplan der Regierung von Schwaben folgenden Funktionstypen zugeordnet:

Wasserschutzwald896,6 ha
Landschaftsschutzgebiet829 ha
Klimaschutzwald lokal74,3 ha
Bannwald6,9 ha
Erholungswald Stufe I + II595,4 ha
Lebensraum/Landschaftsbild787,4 ha
FFH-Gebiet781 ha
PEFC Zertifizierung916,9 ha