City River: Auftrag für Modellversuch erteilt - Vermessung bereits erfolgt

Bild: Vergleichbarer Modellversuche der TU München mit einem Abschnitt der Isar Quelle: Dr. Arnd Hartlieb

Das EU-geförderte Projekt CityRiver, bei dem die Donau im Stadtgebiet von Donauwörth aufgewertet werden soll, kommt voran. Der erste Schritt: Es wird ein Modellversuch aufgebaut mit dem Ziel die optimalen Maßnahmen zur Sohlstabilisierung unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes zu ermitteln. Die Sohlstabilisierung soll vermeiden, dass sich das Flussbett der Donau noch weiter absenkt. Bereits am 17. Januar wurde das Projektgebiet durch die Uni Innsbruck vermessen. Jetzt geht es mit dem Aufbau des Modellversuchs durch die TU München weiter. Das hybride Untersuchungskonzept ist eine Kombination eines physikalischen Modellversuchs mit beweglicher Sohle (TU München) und einem numerischen 2d-Feststofftransportmodell (Uni Innsbruck).
Die durch die Uni Innsbruck beauftrage Firma AHM führte bereits im Januar die topobathymetrische Laserscanbefliegung (Airborne LiDAR Bathymetrie) zwischen der Staustufe Donauwörth und der B2-Brücke durch. Diese Daten werden nun ausgewertet und in Bilder umgewandelt. Die Vermessung bildet die Grundlage für den physikalischen Modellversuch der TU München, sowie für das numerische Feststofftransportmodell der Uni Innsbruck.
Im physikalischen Modellversuch sollen flussbauliche Maßnahmen zur Sohlstabilisierung untersucht und optimiert werden. Der Modellversuch in der Versuchsanstalt Obernach ermöglicht eine sehr detaillierte Abbildung des durch die Sohleintiefung besonders gefährdeten Kernbereichs. Das Modell erstreckt sich über den Donauabschnitt zwischen km 2509,2 und km 2508,6, beginnt mit einer 100 m langen Anlaufstrecke oberhalb der ersten Flutmulde und endet ca. 100 m unterhalb der Einmündung der dritten Flutmulde.  Aufgrund der begrenzten räumlichen Verhältnisse sind die Erhöhung des Sohlwiderstands durch eine flächenhafte Belegung der Flusssohle mit größeren Steinen in offener Anordnung oder durch eine künstliche Geschiebezugabe die ersten Optionen. Grundsätzlich möglich ist auch die Untersuchung eines den Strömungsangriff an der Sohle reduzierenden Querbauwerks z.B. einer V-Rampe.
Im Herbst sind Interessierte zu einer Busfahrt nach Obernach eingeladen, um den Modellversuch live miterleben zu können. Hierzu werden interessierte Bürgerinnen und Bürger wird über die Website, sowie über die Medien rechtzeitig eingeladen.
Im Gegensatz zum Aufbau eines physikalischen Modells ermöglicht die Berechnung verschiedener Modellvarianten mit Hilfe einer geeigneten Software die Betrachtung eines längeren Streckenabschnitts. Im numerischen 2d-Feststofftransportmodell durch die Uni Innsbruck können daher die Auswirkungen verschiedener Sohlstabilisierungs- und Hochwasserschutzmaßnahmen auf die Donausohle über längere Zeitreihen und in einem deutlich längeren Gewässerabschnitt ermittelt werden. Für die Grundlagenermittlung über die Maßnahmenkonzeption bis zu den Berechnungen der verschiedenen Modelle ist der Zeitraum bis Juni 2020 eingeplant.

Infos zum Projekt unter www.city-river.de