Donauwörther Jugendbefragung: Hohe Beteiligung mit wertvollem Feedback für die Jugendarbeit

(26.02.2021) Wo verbringen Donauwörther Jugendliche und Schüler/innen ihre Freizeit? Was kaufen und konsumieren sie? Welche politischen Themen sind für sie interessant? In welcher Form möchten sie an der Stadtentwicklung beteiligt werden? Dies sind einige der Fragen, mit der die Stadtjugendpflege Donauwörth in Kooperation mit der City-Initiative Ende 2019 auf Jugendliche in und um Donauwörth zuging. „Jugend ist ein wichtiger Faktor für die Stadtentwicklung“, so der Gedanke von Markus M. Sommer, Vorsitzender der CID, der die gemeinsame Aktion ins Rollen brachte. Stadtjugendpflegerin Daniela Benkert griff die Idee gerne auf und erarbeitete gemeinsam mit der CID die inhaltlichen Aspekte.

 

Helfer bei der Dateneingabe der zahlreichen eingegangenen Fragebögen Foto: Stadt Donauwörth / D. Benkert

Bei der so entstandenen Jugendbefragung zum Thema Stadtentwicklung und Jugendbeteiligung wurden mittels Fragebögen, die Online oder auf Papier ausgefüllt werden konnten, mehr als 1.000 jugendliche Teilnehmer/innen im Alter von 13 bis 27 Jahren erreicht. Besonders wertvoll war dabei die Unterstützung der Schulen, erläutert Stadtjugendpflegerin Daniela Benkert: „Da die Schulen unsere Umfrage teils auch in den Unterricht eingebaut haben, konnten wir noch viel mehr Jugendliche erreichen als wir es uns im Vorfeld erhofft hatten. Der Aussagekraft der Befragung hat diese hohe Beteiligung natürlich noch mal richtig gut getan.“
Corona hat die Aufarbeitung der Umfrage zeitlich stark verzögert; dabei war zudem die Eingabe der vielen per Hand ausgefüllten Fragebögen aufwändiger, als gedacht. Nun konnten die Ergebnisse dem Kultur- und Sozialausschuss der Stadt Donauwörth öffentlich präsentiert werden: Sie basieren auf Auskünften von 1019 Teilnehmenden, die zu 43% in Donauwörth wohnen. Insgesamt 82% der Befragten besuchen eine der Donauwörther Schulen. Außerdem sind die meisten der Teilnehmenden im Alter von 13 bis 17 Jahren (86%), was auch durch den großen Rücklauf aus den Schulen begründet ist.
Freizeitverhalten und Info-Kanäle:
Die Freizeit verbringen viele vor allem zu Zuhause oder an öffentlichen Plätzen und zwar mit Freunden, Musik und sozialen Netzwerken, gefolgt von Sport und Sportplätzen, Schularbeit und Verein oder Jugendgruppe. Informationen zu aktuellen Themen beziehen Jugendliche meist aus ihrem direkten sozialen Umfeld, also von Freunden, Eltern, Bekannten oder in der Schule. Diese Informationskanäle rangieren noch vor Social Media und auch den traditionellen Medien wie Rundfunk oder Zeitungen.
Themen der Stadtentwicklung:
Sichtbar wurden deutliche Interessen der Jugendlichen bei der Stadtentwicklung. So nannten die Befragten den öffentlichen Nahverkehr, die Verkehrssituation in Donauwörth, Digitalisierung und freies WLAN, Bauthemen wie das Tanzhaus oder eine Veranstaltungshalle, die Sanierung des Freibades und die Sanierung von Schulgebäuden, aber auch Umweltschutz und Nachhaltigkeit als wichtige politische Themen. Verbesserungen wünschen sich die Befragten unter anderem bezüglich mehr jugendgerechter Shoppingmöglichkeiten mit mehr Vielfalt und junger Mode.
Beliebteste Freizeitangebote sind bei den Befragten das Kino, das Freibad, der Baggersee und Events. Als solche wurden zum Beispiel die Kunst- und Lichternacht, die Musiknacht und DONwud von der City-Initiative, das Reichsstraßenfest, das Oktoberfest, der Tandlerfasching und der Schwäbischwerder Kindertag genannt. Auf Grundlage dieser Befragungsergebnisse will die CID unter Mitwirkung der Stadt noch mehr Ansatzpunkte schaffen, bei denen Frei- und Spielräume ebenso wie spannende Projekte für und mit Jugendlichen entstehen.

Wünsche an Freizeitangebot und Stadtvertreter
Häufig gewünscht wurden mehr jugendgerechte Freizeitangebote und Treffmöglichkeiten für die Altersgruppe ab 14 Jahren. Als Beispiele wurden auch unter anderem Freizeitstätten wie eine Trampolinhalle, ein Bikepark und ein größeres Hallenbad genannt, außerdem Treffpunkte mit festen Öffnungszeiten, Jugenddisko, Workshops und AGs.
Die Umfrage zeigt auch: Jugendliche wollen einbezogen, angehört und ernst genommen werden: 39% der Jugendlichen wünschen sich Projekte zur Mitgestaltung, 42% eine Online-Plattform für Ideen und Wünsche. Die größte Motivation für aktive Mitgestaltung sind dabei mit 52% „Freunde, die mitmachen“, und für 47% ein „Projekt, das mich interessiert“.
Die Ergebnisse der Umfrage, die nicht nur für Stadtjugendpflegerin Benkert und die City-Initiative wertvolle Impulse für ihre Arbeit geben, wurden im Kultur-und Sozialausschuss intensiv und interessiert mitverfolgt. Oberbürgermeister Sorré: „Wir können hier zum einen ganz klar ablesen, dass Jugendliche an der Entwicklung unserer Stadt Anteil nehmen. Das freut mich ganz besonders. Wir sehen zum anderen auch, dass wir aufgefordert sind, weiterhin Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten für die Jugend zu schaffen. Mit unseren bestehenden Angeboten, also etwa der Arbeit der Stadtjugendpflege und Aktionen der CID, sind wir da auf dem richtigen Weg – zugleich wollen wir weitere Ideen entwickeln: Zum Beispiel steht die Idee eines Jugendcafés im Raum, dessen Umsetzungsmöglichkeiten nach Entschärfung der Pandemiesituation geprüft werden soll.“
Auch sind künftig Jugendkulturtage geplant und vom Jugendreferenten des Stadtrates, Markus Reichensberger, ist ein Jugendrat angestoßen, als weiteres Beteiligungsprojekt für Jugendliche.
Stadtjugendpflegerein Benkert: „Die Befragungsergebnisse liefern uns eine tolle Grundlage um viele verschiedene Themen anzugehen. Konkrete Maßnahmen und Projekte werden wir gemeinsam mit der Stadt, Politik, CID und der Stadtjugendpflege nacheinander angehen“
Die im Kultur- und Sozialausschuss am 24.2.21 vorgestellte Präsentation der Ergebnisse finden Sie hier.