Konrad Walter und seine Ehefrau Elisabeth stifteten im Jahre 1420 „got dem almächtigen, der junckfrw Maria und der hailigen trifaltigkeit czu lob und ere ain pilgrinhaus, do man arm pilgrin ine beherberget und ain spital dran daselbs czu [Donau-]werd“, heißt es in einem Turnierbuch, das heute in der Staatsbibliothek in München verwahrt wird.

Überliefert ist noch eine Inschrift, die auf einer Tafel, die am Spital gehangen hat, stand. Dort war zu lesen: Anno domini tausent vierhundertundzwanzig iar hat der ersam conrat Walter got czu lob dis spital und das pilgrinhaus angefangen czu bauen und darcu ain hof czu Gremheim vnd czway hundert fl[=Gulden]. re[einisch]. gegeben. 

 

Das Bürgerspital in Donauwörth

 

„Den Grundstock zu dieser Fürsorgeeinrichtung legten der Donauwörther Patrizier Konrad Walther und seine Ehefrau Elsbeth, die 1420 „ain pilgrimhaus und ain spital daran daselbs zu werd“ stifteten. Sie gaben zu diesem Zweck sowohl das Haus samt Spitaleinrichtung (d.h. Betten und gdl.), ferner 200 Rheinische Gulden, als auch einen Hof zu Gremheim im Wert von 1000 Gulden, der jährlich reiche Naturalabgaben einbrachte.

 

Fortgesetzte Schenkungen, Vermächtnisse und Ankäufe, besonders zu Zirgesheim, machten das Spital zu größten Stiftung der Reichsstadt. Wie die meisten Spitäler im Mittelalter, diente anfänglich auch das Spital zu Donauwörth mehreren Zwecken, nämlich der Heilung von Kranken und der Verpflegung armer Reisender, vorzugweise von Pilgern; deshalb auch der Name „ellenden herberg“.

1438 erscheint zum erstmals der Titel „zum hailigen gaist“.

1611/1612 erfolgte der Bau der heutigen Spitalkirche anstelle einer St. Larzarus-Kapelle, 1689 der Neubau des heutigen Spitalgebäudes. Seit 1846 betreuen und pflegen barmherzige Schwestern aus dem Münchner Mutterhaus die Spitalinwohner“[1].

 

Bis 1983 versorgten die barmherzigen Schwestern die Bewohner im Spital. Nach diesem Zeitpunkt ging das Bürgerspital wieder in Verantwortung der Stadt Donauwörth über. Von 1982 – 1987 wurden größere Sanierungs- und Umbaumaßnahmen vorgenommen.

 

Mitte des 1. Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts wurde entschieden, dass das Bürgerspital in den bestehenden Gebäuden keine Möglichkeit mehr hat, wirtschaftlich rentabel zu arbeiten und komplett neu gebaut werden muss.

 


[1] Auszug aus Stadtarchiv 31.Mai 1976