Wiedereröffnung des Stadtarchivs Donauwörth in der Covid-19-Pandemie

Das Stadtarchiv steht ab dem 24. Juni 2020 wieder in eingeschränktem Maße zur Benutzung zur Verfügung. Um die Hygiene- und Schutzmaßnahmen einzuhalten ist eine Voranmeldung unumgänglich, wie auch keine Beratung vor Ort mehr möglich ist. Nähere Informationen zur Archivbenutzung finden Sie hier.
Für Fragen steht Ihnen das Stadtarchiv unter stadtarchiv@donauwoerth.de oder unter 0906/789-180 zur Verfügung.


Tauschpartnerschaft zwischen Stadtarchiv und Oberstufenbibliothek des Gymnasiums Donauwörth

Bei der Erschließung der Dienstbibliothek des Stadtarchivs zeigte sich, dass etliche Bücher mehrfach vorhanden waren. Neben Publikationen zur Donauwörther Geschichte befanden sich auch solche zu anderen historischen und geisteswissenschaftlichen Bereichen darunter. Diese Bücher tauscht das Stadtarchiv mit anderen Bibliotheken über das Portal ELTAB aus, und es kann über diese Plattform auch seine Bestände erweitern. Es freut sich besonders, dass sich so mit der Schulbibliothek des Gymnasiums Donauwörth eine fruchtbare Tauschpartnerschaft entwickelt hat.

Am 12. März 2020 konnten Frau Dr. Heike Lammers-Harlander und Frau Claudia Bock die ersten Bücher im Lesesaal des Stadtarchivs in Empfang nehmen. Zukünftig stehen die Bücher den Gymnasiasten für ihre Recherchen zur Verfügung und können im Onlinekatalog der Schulbibliothek recherchiert werden. Dank der Kooperation der Schulbibliothek mit der Stadtbibliothek Donauwörth stehen diese Buchbestände aber auch allen interessierten Lesern der Stadtbibliothek zur heimischen Recherche und Nutzung in der Stadtbibliothek  offen. Wie das technisch funktioniert? Über die Website der Stadtbibliothek  gelangt man zum OPAC der Schulbibliothek, im Feld „Schlagwort“ sucht man „Stadtarchiv“.


"Kommunikation - Von der Depesche bis zum Tweet"

Ab wann gab es eine Zeitung in Donauwörth und wie reisten früher Nachrichten durch die Lande? Über die Geschichte der Post in Donauwörth und die Entwicklung des Massenmediums Zeitung in Donauwörth präsentiert das Stadtarchiv eine interaktive Ausstellung im Foyer.


"Tag der Archive 2020"

Am 7. März 2020 öffnete das Stadtarchiv auch einmal samstags, um Interessierten seine neue Ausstellung "Kommunikation - Von der Depesche bis zum Tweet" vorzustellen. Bei insgesamt fünf Führungen konnten die Magazine des Stadtarchivs erkundet werden. Mit sehr interessierten Kleingruppen wurde dann Magazin II im Untergeschoss besichtigt und ein Einblick in die Arbeit des Stadtarchivs gegeben.


Sperrung der Zeitungsbestände für den Zeitraum 1914 - ca. 1932

Aus konservatorischen Gründen musste das Stadtarchiv Donauwörth die Bestände des Donauwörther Anzeigenblattes für den Zeitraum 1914 - ca. 1932 sperren. Eine Benutzung ist wegen der zerstörten Einbände und dem drohenden Materialverlust bis auf Weiteres nicht möglich. Auch einzelne andere Zeitungsbände aus späteren Jahren sind von dieser Sperre betroffen. Wir bitten um Verständnis.


Neue Archiv- und Kostensatzung

Am 17.02.2020 wurde im Stadtrat die neue Archiv- und Kostensatzung beschlossen. Es ist Benutzerinnen und Benutzern nun möglich bei den meisten vorgelegten Archivalien kostenlos selbst Fotografien und Digitalisate zu machen. Für eventuell notwendige Sperrfristverkürzungen besteht ab sofort ein geregeltes Verfahren. Zudem wurde die Kostensatzung vereinfacht und an moderne Publikationsmöglichkeiten angepasst.


Und außerdem...

Seit 1. August ist Frau Dr. Cathrin Hermann neue Leiterin des Donauwörther Stadtarchivs. Studiert hat sie Geschichte und Kunstgeschichte in Tübingen und Wien und war anschließend sieben Jahre im Linzer Stadtarchiv beschäftigt. Die vergangenen zwei Jahre war sie stellvertretende Archivleiterin des Instituts für Zeitgeschichte in München, hat dort aber gemerkt, dass sie in ein Stadtarchiv gehört...

Was hat Sie an Donauwörth und der Stelle als Archivleiterin gereizt?

Erstens mal ist Donauwörth eine Stadt am Wasser. Das gefällt mir einfach. Die Stadt hat ein ganz besonderes Flair, auch durch die historische Bebauung. Beruflich gesehen: Ich komme aus einem Stadtarchiv, in einer anderen Donaustadt, in Linz, und von daher weiß ich, dass Stadtarchive etwas ganz spannendes sind. Sie decken alles ab vom Mittelalter bis zur Gegenwart und versammeln auch inhaltlich eine ganz breite Mischung vom Verwaltungsakt bis zum Nachlass. Was mir besonders wichtig ist und für meine Bewerbung eine große Rolle spielte: Dass man auch einen intensiven Kontakt mit Besuchern hat, zum Beispiel mit Leuten, die Familienforschung machen oder Unterlagen für ein Bauvorhaben benötigen. Oder mit Menschen die für wissenschaftliche Forschung Quellen brauchen - und natürlich gibt es auch sehr interessante Ansatzpunkte für eigene Forschung.

Was begeistert Sie beruflich besonders?

Zeitlich kann ich´s nicht festmachen, ich hab zum Mittelalter gearbeitet, zur frühen Neuzeit, ich hab mich mit oft schlecht dokumentierten Denkmälern im 19. Jahrhundert „rumgeschlagen“ und meine Dissertation in der Zeitgeschichte geschrieben. Der rote Faden ist aber: Solange die Quellen etwas mit Menschen zu tun haben, wecken sie meine Begeisterung. Unabhängig von der Epoche.  

Welche Schätze gibt es im Donauwörther Stadtarchiv?

An den Donauwörther Archivbeständen zeigt sich, dass die Stadt als ehemalige freie Reichsstadt eine wichtige Bedeutung hatte und damit auch ihre Verwaltung. Deswegen sind tolle Quellen vorhanden, wir haben großartige Urkundenbestände aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Die Quellen zeigen aber nicht nur die Stadtverwaltung, sondern die Alltagsgeschichte, und da können wir einen Blick auf frühere Lebensrealitäten werfen: Zum Beispiel wenn jemand heiraten wollte, da ging man zum Bürgermeister und dann wurde erst geprüft: Geht das überhaupt? Ist Grundbesitz vorhanden, vielleicht ein Haus? Gibt es Einkommen und aus welchem Gewerbe, will der Antragssteller zudem eine Handwerkskonzession? Wo ist der Taufschein? Solche Antragsunterlagen sind in unserem Archiv gesammelt. Und da bekomme ich eine Ebene rein, die sich auf den ersten Blick gar nicht zeigt, die damaligen Verwaltungsfachbegriffe „Ansässigmachung“ oder „Heiratsgesuch“ klingen sicher etwas spröde, aber da steckt ganz viel drin. Und das finde ich spannend.

Wofür braucht eine Stadt ein Archiv?
Erstens mal um ihr Verwaltungshandeln zu dokumentieren. Wir kriegen die Unterlagen von der Stadtverwaltung, was archivwürdig ist wird aufgehoben. Insbesondere was rechtlich relevant ist – den Vertrag über einen Grundstückserwerb zum Beispiel sollte, man auch in 200 Jahren noch haben. Somit machen wir die Stadt und ihre Verwaltung zugänglich und sind damit auch beim Stichwort Transparenz. Aber wir archivieren natürlich auch alles, was einen Einblick in die Stadtgeschichte zukünftig einmal geben kann, wir sammeln also die Quellen, um Stadtgeschichte zu schreiben. Und da sind wir beim Thema der Identität, das funktioniert ja ganz stark über Geschichte und geht natürlich über die Dokumente der Verwaltung weit hinaus, um die ganze Bandbreite städtischen Lebens zu erfassen. Wir haben hier auch eine Bildungsfunktion, die ganz wichtig ist.

Welche neuen Akzente möchten Sie im Donauwörther Stadtarchiv setzen?
Mein Vorgänger war ja sehr aktiv was Forschung anbelangt, aber auch was Übernahme und Erschließung von Archivbeständen betrifft, das machen wir natürlich weiter. Wir möchten das Archiv aber insofern öffnen, in dem zum Beispiel eine Beständeübersicht online vorhanden ist, das heißt: Leute müssen nicht bei uns anrufen und fragen „Habt ihr was?“, sondern können auch selbst nachschauen. Es braucht aber natürlich etwas Zeit, das aufzubauen und man benötigt erst einmal die technischen Voraussetzungen dafür. Ich möchte auch stärker mit Schulen kooperieren, bei den Grundschulen zum Beispiel könnte der Schwäbischwerder Kindertag ein schöner Anknüpfungspunkt sein: Wenn die Kinder sich eh schon mit Stadtgeschichte befassen, warum soll das Stadtarchiv dann nicht auch mal in die Grundschule gehen? Dann geht man – vielleicht nicht mit den Originaldokumenten aber mit Kopien – hin und bei Kindern kommt dann oft von selbst ganz viel Interesse, denn die fragen einfach. Ich möchte außerdem im kommenden Jahr auch Führungen im Stadtarchiv anbieten um zu zeigen, was ein Stadtarchiv macht. Also nicht unbedingt zu einem bestimmten historischen Thema, sondern damit man sehen kann: Was bieten wir für Möglichkeiten, was wird dort gesammelt.


Veränderungen bei der Leitung des Stadtarchivs

Stadtarchivar Dr. Seuffert in den Ruhestand verabschiedet

(1.8.2019) „Ich habe mein Hobby zum Beruf machen können“, erklärte Stadtarchivar Dr. Ottmar Seuffert rückblickend und schmunzelnd bei seiner Verabschiedung durch Oberbürgermeister Armin Neudert. Fast 32 Jahre leitete der gebürtige Franke das Stadtarchiv in Donauwörth. Dabei wurden die zu verwaltenden Archivbestände immer größer, auch durch die Übernahme der Archivsammlungen aus den eingemeindeten acht Stadtteilen. Mit viel Einsatz erforschte und präsentierte Dr. Seuffert aber insbesondere wichtige Aspekte der Stadtgeschichte. „Sie haben unsere Historie immer wieder eindrucksvoll erlebbar gemacht“, würdigte Oberbürgermeister Armin Neudert dieses Schaffen, „sei es in zahlreichen Aufsätzen und Publikationen, in sehenswerten Ausstellungen oder besonders in Ihren hochinteressanten und informativen Vorträgen“.

So beschäftigte sich der scheidende Archivar u.a. mit den Themen „300 Jahre Schlacht am Schellenberg“, dem Leben und Werk von Sebastian Franck, dem Donauwörther Kreuz- und Fahnengefecht sowie den Auswirkungen der beiden Weltkriege auf Donauwörth. Er öffnete das Archiv und seine Wissensschätze, verbunden mit seiner persönlichen Kompetenz und Expertise, für Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, Historikern, wissenschaftlich Forschenden und Medienvertretern gleichermaßen. Zudem brachte er seine profunden historischen und kulturellen Kenntnisse nahezu zwei Jahrzehnte lang als Stadtheimatpfleger mit ein. Der Donauwörther Stadtgeschichte wird Dr. Seuffert in seiner Funktion als Vorsitzender des Historischen Vereins auch weiterhin verbunden bleiben.

In den vergangenen Wochen erfolgte die Übergabe an die neue Leiterin des Stadtarchivs, Frau Dr. Cathrin Hermann aus Augsburg. Sie verfügt über eine langjährige Erfahrung im Archivwesen und war zuletzt im Institut für Zeitgeschichte in München beschäftigt.


Sommerferienprogramm

Urkunden-Werkstatt im Sommerferien-Programm der Stadt Donauwörth

Am siebten August waren die Teilnehmer der Urkunden-Werkstatt aus dem Sommerferien-Programm der Stadt zu Besuch im Stadtarchiv, um sich eine originale Urkunde aus unserem Urkundenbestand anzusehen. Stadtarchivarin Dr. Cathrin Hermann gab interessante Erklärungen zu Entstehung, Inhalt und Herstellung einer Pergament-Urkunde. Danach konnten die Kinder im Stadtknechtsturm am Ochsentörl unter Anleitung des Geschichtslehrers Dr. Schwab vom Gymnasium Donauwörth selbst eine Urkunde mit Wachssiegel herstellen.