"Die Kruses" -eine geniale Künstlerfamilie und ihr Freundeskreis

Sonderausstellung im Käthe-Kruse-Puppen-Museum vom 30.04.-25.09.2016

 

Die Ausstellung beschreibt die besonderen Beziehungen zwischen der Kunst um 1900 und der Puppenherstellung. Durch die Verbindung mit Max Kruse eröffneten sich für die junge Käthe Kruse vielfältige Kontakte zu Künstlerinnen und Künstlern besonders in Berlin des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Max Kruse war aktives Mitglied der Berliner Secession. Zu dieser Künstlervereinigung gehörten bedeutende Künstler des deutschen Impressionismus. Zu den Mitgliedern zählten neben vielen anderen Max Liebermann, Käthe Kollwitz, August Gaul, Max Slevogt, Maria Slavona oder Renée Sintenis. 

Max Kruse war mit einem weiteren Künstler bekannt, der für die Puppenherstellung von großer Bedeutung war. Arthur Lewin-Funcke lieferte mit seinen Baby- und Kinderporträts mehrere Vorlagen für Puppenköpfe, z.B. für die Firma Kämmer & Reinhardt, die 1910/11 als sog. "Baby Bauz" die Puppe I von Käthe Kruse erstmals in Serie fertigte.

Das künstlerische Arbeiten spielte aber auch im direkten Familienkreis der Kruses eine bedeutende Rolle. Annemarie Jakimow-Kruse, eine Tochter von Max Kruse aus erster Ehe, war Schülerin von Henry Matisse und ist mit vielen Gemälden in der Ausstellung vertreten. Ihr Ehemann, der Bildhauer Igor von Jakimow, gestaltete die Vorlagen für die Köpfe der Puppen VIII und XII von Käthe Kruse.

Der Bruder von Max Kruse, Oskar Kruse-Lietzenburg, entschied im bereits fortgeschrittenem Alter, sich der Malerei zu widmen. Von Käthe Kruse selbst sind Stickbilder erhalten. Auch deren Kinder malten, zeichneten oder modellierten, wie beispielsweise Sofie Rehbinder-Kruse, die viele Köpfe für Schaufensterfiguren entwarf.

Erstmals ist es im Zusammenwirken mit dem Grafschaftsmuseum und Schlösschen in Wertheim am Main gelungen, diese besonderen Beziehungen zwischen der Kunst und den Puppen am Beispiel der Familie Kruse aufzuzeigen. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband.