Rundgang

Das Käthe-Kruse-Puppen-Museum im historischen Kapuzinerkloster widmet sich dem Leben und Werk der Puppenmacherin Käthe Kruse (1883-1968). Im ersten Raum erfahren die Gäste Wissenswertes über die Puppenkünstlerin Käthe Kruse, den Bildhauer Max Kruse und ihren sieben Kindern. Die wechselvolle Firmengeschichte der Käthe Kruse Werkstätten von Berlin über Bad Kösen bis zu dem heutigen Standort in Donauwörth wird anschaulich dargestellt. Von Rekonstruktionen der ersten Puppenversuche für ihre Tochter Mimerle bis zu Puppen aus der neueren Produktion sind die wichtigsten Puppenkreationen von Käthe Kruse zu sehen. Eine Besonderheit stellt eine lebensgroße "Exotengruppe" dar, die für den holländisch-westindischen Pavillon der Niederlande auf der Weltausstellung 1939 in New York angefertigt wurde.

Über einen Arkadengang mit historischen Fotoaufnahmen aus der Anfangszeit der Puppenproduktion gelangt man in Raum 2, der sich der Herstellung der Käthe-Kruse-Puppen widmet. Neben dem Arbeitsplatz eines Augenmalers geben rehhaargestopfte Puppenkörperteile, handgeknüpfte Echthaarperücken, Stoffe, Schnitte und Handwerksgerät einen Einblick, wie eine Käthe-Kruse-Puppe entsteht. Ein Film über die Puppenproduktion in den Donauwörther Werkstätten ergänzt die Präsentation.

Der Rundgang führt weiter zu Käthe-Kruse-Puppen in vielfältigen Dekorationen. Große und kleine Puppenliebhaber können sich an den Szenerien wie "Große Wäsche", "In der Puppenschule" oder "Im Stoffladen" mit vielen liebevollen Details erfreuen. Eine Besonderheit befindet sich in der ersten Vitrine: Das "Schlenkerchen" ist die einzige Puppe von Käthe Kruse, die lächelt. Sie wurde nur von 1922 bis 1935 hergestellt und ist heute eine Rarität. Eine Tafel informiert über für Sammler interessante Aspekte, wie z.B. die Bestimmung des Alters einer Käthe Kruse Puppe anhand des Zuschnitts der Hände.

Raum 4 zeigt Käthe-Kruse-Puppen aus der Produktion in Donauwörth ab 1948. Unter der künstlerischen Leitung von Hanne Adler-Kruse, Tochter von Käthe Kruse, entstanden neue Puppenkreationen. Eines der beliebtesten Spielpuppenmodelle bis heute wurde das Däumlinchen, eine nur 25 cm kleine, biegsame Puppe, die 1957 erstmals auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt wurde. Aber auch das Spielzeug aus Frottee und Plüsch für das Kleinkind wurde wegweisend und ist heute ein fester Bestandteil im Sortiment.

Im Gang haben Gäste Gelegenheit, zwei Original-Interviews mit Käthe Kruse aus den 1950er Jahren zu hören. Eine weitere Besonderheit beendet den Rundgang durch ein interessantes Kapitel Spielzeuggeschichte. Bis in die Fingerspitzen bewegliche, 11 cm kleine Puppenstubenpuppen von Käthe Kruse und deren Vorläufer, die sogenannten "Potsdamer Soldaten", die in den Jahren 1914-18 während des Ersten Weltkriegs entstanden sind, als Käthe Kruse mit ihrer Familie in Potsdam wohnte.