Bayerns Innenstädte und Veranstaltungen werden Corona nicht überleben

Innenstadtexperten warnen vor massiven Veranstaltungs- und Ladensterben

(München, 5.Februar 2021) Die Bayerischen Innenstädte werden nicht am Virus sterben, sondern an mangelnder finanzieller Unterstützung der von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen sowie an der unveränderten Perspektivlosigkeit von Seiten der Regierung. Mit deutlicher Kritik an der Wirtschaftspolitik der Bayerischen Staatsregierung melden sich jetzt die Bayerischen Innenstadtverantwortlichen zu Wort. Die Mitglieder des Berufsverbandes City- und Stadtmarketing Bayern AKCS e.V. schlagen Alarm und fordern von der Staatsregierung die umgehende Öffnung der Bayerischen Innenstadtgeschäfte.

„Niemand kann verstehen, warum sich die Menschen am Samstag durch volle Supermärkte am Stadtrand drängen müssen, aber die Innenstadtunternehmen, trotz bester Hygienekonzepte, geschlossen bleiben müssen“, so Klaus Stieringer vom Berufsverband City- und Stadtmarketing Bayern AKCS e.V. Als Geschäftsführer der Stadtmarketinggesellschaften, als Citymanager und Vorsitzende der Werbegemeinschaften tragen die Mitglieder des Berufsverbandes City- und Stadtmarketing Bayern AKCS e.V. seit vielen Jahren, mit ihren zahlreichen Aktivitäten dazu bei, die Bayerischen Kommunen attraktiv, vielfältig und lebendig zu halten. Seit vielen Jahren stehen die Innenstadtvermarkter im wachsenden Wettbewerb gegenüber großen Einzelhandelsansiedlungen, der wachsenden „Grünen Wiese“ und dem zunehmenden Onlinehandel.

Durch die Corona-Krise, wächst nun die Sorge, dass dieser jahrzehntealte Wettstreit um Marktanteile, Kaufkraft und eine lebendige Innenstadt nun endgültig verloren geht. „Nach dem Wegfall des letztjährigen Oster- und Weihnachtsgeschäfts, der Absage aller Innenstadtveranstaltungen sowie der perspektivlosen Verlängerung des Lockdowns, stehen nach Einschätzungen des AKCS schon jetzt viele Innenstadtunternehmen vor dem endgültigen Aus.“, ergänzt die stellv. Vorsitzende, Christiane Kickum. „Und mit den Geschäften, Restaurants und Unternehmen droht nun auch der gesamten Innenstadt das Ende.“ Soweit die Bayerische Staatsregierung lediglich einen Lockdown an den nächsten hängt, ohne Perspektive für eine Wiedereröffnung der Unternehmen zu präsentieren, werden die Bayerischen Kommunen, nach Ansicht des AKCS, den Wettbewerb gegen den Onlinehandel im Jahr 2021 endgültig verlieren.

Neben dem Ladensterben in den Bayerischen Innenstädten, befürchtet der Berufsverband zudem ein Sterben vieler traditioneller Veranstaltungen. Bayern wird seit Jahrhunderten geprägt von seiner einzigartigen und lebendigen Veranstaltungskultur. Nach dem Ausfall der Veranstaltungen im vergangenen Jahr, befürchtet der Verband nun das endgültige Aus für viele traditionelle Feste im Freistaat. „Nachdem die Innenstadtmanager vielerorts auch für das kommunale Veranstaltungsmanagement zuständig sind, fehlt ihnen auch für das kommende Jahr jegliche Planungssicherheit“, so Christian Bitter, Geschäftsführer des AKCS. Insbesondere die kleinen und im Ehrenamt organisierten Veranstaltungen werden, nach Einschätzungen des Berufsverbandes, bei einer neuerlichen Absage, das Jahr 2021 kaum überstehen.  Ohne einen lebendigen Handel, attraktive Gastronomie, vielfältige Dienstleistungsangebote sowie die Inszenierung der Innenstadt als Bühne durch mitreißende Veranstaltungen werden die Bayerischen Innenstädte, nach Einschätzung des AKCS, zunehmend verwaisen. „Mit dem Untergang der Innenstadt geht zugleich ein jahrhundertealtes Kulturangebot in Bayern verloren, mit dem nicht nur unzählige Erinnerungen und Emotionen, sondern auch hunderttausende von Arbeits- und Ausbildungsplätzen verbunden ist“, so Klaus Stieringer. „Um den Bayerischen Innenstädten eine Überlebensmöglichkeit zu geben, benötigen die Kommunen umgehend eine klare Aussage, unter welchen Bedingungen, sie wann ihren Betrieb wieder aufnehmen können, um zumindest eine kleine Perspektive zu erhalten“, ergänzt seine Stellvertreterin Christiane Kickum.

Die Mitglieder des Berufsverbandes, sowie alle Unternehmerinnen und Unternehmer in den Bayerischen Kommunen, benötigen schnellstmöglich ein Signal von Seiten der Staatsregierung um zu entscheiden, ob sie Mitarbeiter weiter beschäftigen, Ware bestellen und Marketingmaßnahmen planen können.

 

Berufsverband City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS)
Im April 2005 in München gegründet, vertritt der Berufsverband City- und Stadtmarketing Bayern zwischenzeitlich über 70 Bayerische Kommunen ein selbständiger Verein. Hintergrund der Gründung war die Erkenntnis, dass die in den Städten und Gemeinden geleistete Arbeit der City- und Stadtmarketingeinrichtungen eine Plattform benötigt, um mit qualifizierter Öffentlichkeitsarbeit die Erfolge und vielseitigen Tätigkeitsfelder darzustellen. Der Berufsverband ist Mitglied in der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft vbw und leistet aktive Lobbyarbeit für das City- und Stadtmarketing in Bayern, da diese Institutionen wichtige Funktionen für die Lebendigkeit der Innenstädte übernehmen. Seine Mitglieder sind maßgeblich verantwortlich für viele Veranstaltungen, Service- und Dienstleistungsangebote und fördert attraktive Städte und eine erfolgreiche Standortentwicklung für die Unternehmen. Darüber hinaus bieten der AKCS mit regelmäßigen Arbeitstagungen in den Mitgliedsstädten eine Plattform für aktiven Erfahrungsaustausch. www.stadtmarketing-bayern.de

Kontakt:
Berufsverband City- und Stadtmarketing Bayern AKCS e.V.
1. Vorsitzender Klaus Stieringer
95021 Bamberg

Stellv. Vorsitzende Christiane Kickum
Rathausgasse 1
86609 Donauwörth
0906/789-700