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SINUS-Elternabend

„Sinus-Mathematik“ – eine Herausforderung für Eltern, Lehrer und Schüler
Elternabend an der Mangoldschule lockt viele Zuhörer
Am Donnerstag, 23. März 2012 fand in der Mangoldschule in Donauwörth ein Informationsabend für die Eltern statt. Im Mittelpunkt stand dabei die Vorstellung der seit diesem Schuljahr schwerpunktmäßigen Arbeit im Bereich der SINUS-Mathematik. Das Lehrerkollegium informierte über die neue Aufgabenkultur anhand praktischer Beispiele und lud die Eltern anschließend ein, sich selbst aktiv mit dieser neuen Form der entdeckenden, kreativen und logischen Mathematik auseinanderzusetzen.
Rektorin Sibylle Lutzkat begrüßte die zahlreich erschienenen Eltern und stellte in einem kurzen theoretischen Vortrag den Begriff Sinus vor. Dieser ist die Abkürzung für „Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts“. Die Sinus-Mathematik ist eine Folge der Erkenntnis, dass der herkömmliche Unterricht der letzten Jahrzehnte nicht alle Kompetenzen der Schüler gefördert hat, die die Kinder in der Schule heutzutage erlernen sollten. Bei einem kurzen Rückblick in die eigene Schulzeit wurde den Eltern klar, dass Rechnen können allein nicht ausreicht. „Um in der modernen Lebens- und Arbeitswelt erfolgreich bestehen zu können, müssen Kinder auch Problemlösefähigkeit entwickeln, sich mit anderen Kindern austauschen und Teamfähigkeit entwickeln können. Deshalb sollen neben den inhaltlichen Kompetenzen verstärkt auch die prozessbezogenen miteinbezogen werden“, erläuterte die Schulleiterin. Herkömmliche Inhalte wie das Erlernen der Grundrechenarten, geometrischer Inhalte und der Umgang mit Größen in Sachaufgaben werden weiterhin vermittelt und werden jetzt bei Sinus erweitert um das Problemlösen im Miteinander, um das gemeinsame Kommunizieren und Argumentieren sowie um das Darstellen mathematischer Probleme und logischer Zusammenhänge.
In einem praktischen Beispiel stellte Frau Bayerle eine herkömmliche Aufgabenform einer der Sinusmathematik gegenüber. Anhand des bekannten Kupferstichs von Albrecht Dürer „Melancholia“ aus dem Jahre 1514 zeigte sie das magische Quadrat, das der Künstler im Bild verewigt hat. Unter magischen Quadraten versteht man quadratisch angeordnete Zahlenfelder, die ganz wunderliche Eigenschaften besitzen. Die Eltern wurden nun selbst Teil der Sinus-Mathematik, in dem sie auf Entdeckungsreise im magischen Quadrat gehen konnten. Eifrig machten sich alle daran, möglichst viele Lösungen zu finden. Sie konnten selbst spüren, welche Motivation von so einer Aufgabe ausging und wie stark der Drang war, sich mit dem Nachbarn darüber auszutauschen, zu argumentieren und mathematische Gesetzmäßigkeiten zu entdecken.
Die Rektorin der Mangoldschule rundete den ersten Teil der Veranstaltung mit einem kurzen theoretischen Überblick ab und lud die Zuhörer im zweiten Teil dazu ein, sich viele Sinusaufgaben aus allen Bereichen der Mathematik anzusehen und miteinander auszuprobieren. Dazu hatten die Grundschullehrerinnen zusammen mit den Förderlehrerinnen in sieben Klassenzimmern zahlreiche Aufgabenstationen zu den Bereichen Arithmetik, Geometrie, Wahrscheinlichkeitsrechnen, Stochastik und Kombinatorik aufgebaut. Auch der neu eingeweihte Forscherraum mit einem „begehbaren geometrischen Klassenraum“ forderte die Eltern auf, aktiv handelnd tätig zu werden. Interessiert begaben sich die Mütter und Väter auf den Rundgang, sahen sich alles genau an, hatten viel Spaß am Ausprobieren und tüftelten bis in den späten Abend in den Klassenräumen an der neuen Aufgabenform.