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Pflegevielfalt unter einem Dach: Neukonzeption des Bürgerspitals nimmt Gestalt an

(2.11.2017) Die Konzeption zum Neubau des Bürgerspitals nimmt erste Gestalt an. Dem Spitalausschuss des Stadtrates wurde noch vor der Sommerpause der erste Entwurf eines Grundkonzeptes für das neue Haus vorgestellt, das Eckpfeiler der künftig angedachten Ausrichtung beschreibt. Auf dieser Basis treibt eine neu gegründete Arbeitsgruppe die Neuausrichtung voran. Zusammengesetzt ist die Arbeitsgruppe aus Vertretern der Stadtratsfraktionen und –gruppen, der Heim- und Pflegeleitung des Bürgerspitals sowie Mitgliedern der Stadtverwaltung.
Das auf der jüngsten Sitzung der Arbeitsgruppe am 18.10.17 nochmals bestätigte Grundkonzept legt in einem ersten Schritt dar, welche Formen der Altenpflege in welchem Umfang am neuen Standort geplant werden sollen. „Wir haben hier die Chance, von Grund auf neu festzulegen, welche Möglichkeiten den Bürgerinnen und Bürgern im Alter bei uns offen stehen sollen. Das Ziel ist es, durch verschiedene Pflegeformen auf unterschiedlichste Lebenssituationen eingehen zu können“, so Oberbürgermeister Armin Neudert, der den Vorsitz der Arbeitsgruppe führt.
Das Bürgerspital ist eine rechtlich selbständige, eigenständige Stiftung des öffentlichen Rechtes. Es erwirtschaftet seit mehreren Jahren negative Ergebnisse. Erschwert wird die Situation durch neue Vorgaben des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes, denen nur durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nachgekommen werden könnte. Am gegenwärtigen Standort gingen dabei durch Umbaumaßnahmen etliche Pflegeplätze verloren, so dass sich der wirtschaftliche Druck massiv verstärken würde. Der Spitalausschuss der Stadt, der die Spitalstiftung kommunal verantwortet, hatte deswegen Ende vergangenen Jahres den Neubau an einem anderen Standort beschlossen.
Den Entwurf des Grundkonzeptes zur Neuausrichtung hat die Pflegedienstleiterin des Bürgerspitals, Jasmin Takafi-Aksoy, in enger Abstimmung mit der Arbeitsgruppe und der Heimleiterin des Bürgerspitals, Brigitte Wießneth, erarbeitet. Es sieht unter dem Stichwort „Pflegevielfalt unter einem Dach“ Plätze zur Tagespflege, zur Kurzzeitpflege, einen Vollstationären Bereich und zwei Demenzgruppen – nach Möglichkeit in Wohngruppen - vor. In Summe sind rund 80 Plätze angedacht. „Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es hilfreich ist, Versorgungsformen anzubieten, die von der täglichen Unterstützung bis hin zur vollständigen Versorgung führen“, erklärt Pflegedienstleiterin Takafi-Aksoy das Konzept. „Die Klienten lernen das Haus und seine Mitarbeiter vielleicht im Rahmen einer Tages- oder Kurzzeitpflege kennen, knüpfen Freundschaften und können je nach Bedarf den Umfang ihrer Betreuung an ein und demselben Standort erweitern.“ In wirtschaftlicher Hinsicht böte die Mischung der Pflegeformen die Möglichkeit einer Mischkalkulation bei der Einnahmen- und Ausgabensituation.
Ein wesentlicher Eckpfeiler der Planungen soll die Flexibilität der Pflegeformen sein, so dass je nach aktuellem Bedarf beispielsweise Kurzzeit- oder Tagespflegeplätze zu stationären Bereichen umgewandelt werden können.
Angestrebt wird eine eigene Küche im Haus. Der Trend gehe hier zwar zu Catering von Zulieferern, das im eigenen Haus gekochte Essen würde sich aber als ein Alleinstellungsmerkmal zeigen, das zugleich ein wesentliches Element von Lebensqualität darstelle, wie in Ausschuss und Arbeitsgruppe diskutiert wurde.
Neu vorgesehen ist ein Café im Haus, in dem regelmäßige Beratungstermine angeboten werden könnten. Hier ließen sich Grundfragen direkt vor Ort klären – für Interessenten und ihre Angehörigen eine sehr persönliche Form der Information und für die Spitalverwaltung zugleich eine Entlastung durch Bündelung von Erstanfragen. Auch stünde hier ein Raum der Begegnung zur Verfügung.
Der Referent des Stadtrates für Senioren und Bürgerspital, Armin Eisenwinter: „Unsere Vision haben wir jetzt festgelegt: wie können, wie wollen wir uns ein neues Bürgerspital in Donauwörth vorstellen. Ausgehend davon gehen wir jetzt in Gespräche mit dem Landkreis, in dessen Zuständigkeit die Altenhilfe fällt, dem Bezirk Schwaben und anderen Fördergebern. Allen Beteiligten der Arbeitsgruppe ist dabei klar, dass wir im gesamten Prozess immer wieder Anpassungen und Veränderungen vornehmen werden müssen.“
Hinzukommen werden in weiteren Verlauf unter anderem auch Machbarkeitsstudien und Wirtschaftlichkeitsberechnungen, unterstützt von externen Dienstleistern. „Vieles muss Hand in Hand gehen. Mit Hochdruck sind wir auch an der Standortfrage. Hier bleibt es bei unserem Ziel: Zentrumsnah, mit Anbindung an das Leben in der Mitte unserer Stadt“, so Oberbürgermeister Neudert.

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